Wandertourismus belebt die griechische Insel Andros
Durch das Wegenetz-Projekt „Andros Routes“ zieht die Kykladen-Insel Wanderer aus aller Welt an. Die Initiative stärkt die lokale Wirtschaft und verlängert die Urlaubssaison bis in den Frühling und Herbst.
Andros ist die nördlichste Insel der Kykladen und flächenmäßig die zweitgrößte nach Naxos. Im Jahr 2010 begann hier auf Initiative der gemeinnützigen Organisation Forschungszentrum Andros das Projekt Andros Routes. Die historischen Wege der Insel erwachten dadurch zu neuem Leben.
Wanderwege stärken die lokale Gemeinschaft
Die Wege verbinden traditionelle Ortschaften, historische Klöster und malerische Schluchten. Obwohl einige Bewohner anfangs zurückhaltend waren, stellte sich die lokale Gemeinschaft schnell geschlossen hinter das Projekt. Koordinatorin des Zentrums für Zeitgenössische Forschung & Aktion für Andros Olga Karagianni erklärte im Gespräch mit Euronews: „Ein Netz, das uns in das reiche Natur- und Kulturerbe von Andros einführt. Zugleich schafft es eine wichtige Infrastruktur für bewusste Besucher und für den Wandertourismus, der die Saison auf Andros deutlich verlängert hat, sodass sie heute auch Frühling und Herbst umfasst“. Die neue Infrastruktur stützt zudem die Wirtschaft der Insel. „Die Infrastruktur stärkt die lokale Wirtschaft deutlich. Ich würde sagen, sie unterstützt vor allem die Bewohner abgelegener Dörfer. Damit trägt sie auch zur Stabilisierung der entfernteren Regionen der Insel bei“, meint Karagianni.
Zertifizierung und sanfter Tourismus
Die Pflege und Reinigung der Wege wird regelmäßig durch das freiwillige Team von Andros Routes übernommen. Als erste Insel in Europa erhielt Andros für ihr Wegenetz die Zertifizierung „Leading Quality Trails - Best of Europe“. Das Projekt zielt auf einen bewussten Umgang mit der Umgebung ab. „Das Netz zieht Menschen an, die sensibilisiert sind, die sich für Natur und Kultur der Insel interessieren und sich entsprechend verhalten. Beim Thema Umwelt geht es darum, die Agrarlandschaft von Andros sichtbar zu machen und zu bewahren. Sie ist eine äußerst wichtige Ressource, sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft der Insel“, betont Karagianni.
Auch die natürlichen Gegebenheiten prägen das Angebot. Euronews-Korrespondent auf Andros Apostolos Staikos berichtet: „Die Insel verfügt über mehr als 200 Quellen mit klarem Wasser und über ein Wegenetz von rund 240 Kilometern. Die Wanderer, die vor allem im Frühling und Herbst kommen, verlängern die touristische Saison und machen gleichzeitig die Geschichte der Dörfer sichtbar – der Bauern und Hirten, die einst in den Bergen lebten“.