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Neuer Rekord: Solarenergie deckt im Juni ein Viertel des EU-Strombedarfs

Im Juni 2026 erreichte die Solarenergie in der Europäischen Union mit 52 Terawattstunden einen neuen Höchstwert. Vor allem Spanien, Deutschland und Polen treiben das Wachstum der sauberen Energiequelle voran.

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Im Juni 2026 hat Solarstrom in der Europäischen Union einen historischen Höchstwert erreicht und erstmals ein Viertel der gesamten Stromproduktion gedeckt. Mit einer Erzeugung von 52 Terawattstunden war Solarenergie in diesem Monat die wichtigste einzelne Stromquelle des Staatenbundes. Vor allem Länder wie Spanien, Deutschland und Polen treiben diesen Wandel durch massive Investitionen und den schnellen Ausbau von Solaranlagen voran.
Mit dem neuen Rekordwert von 52 Terawattstunden übertraf die Solarenergie den bisherigen Höchstwert von 47 Terawattstunden aus dem Mai 2026, wie Euronews berichtet. Damit lag Solarstrom im Juni mit 25 Prozent vor der Atomkraft mit 21 Prozent, Gas mit 15 Prozent, Windenergie mit 14 Prozent und Wasserkraft mit zwölf Prozent. Kohle kam nur noch auf acht Prozent. „Der Aufstieg der Solarenergie ist geradezu spektakulär und übertrifft Prognose um Prognose“, sagt Senior Analyst beim Thinktank Ember Chris Rosslowe, der die Daten ausgewertet hat. „In nur wenigen Jahren ist Solarstrom von einem Randphänomen zu einem zentralen Baustein des europäischen Stromsystems geworden. Regierungen und Bürgerinnen und Bürger suchen nach günstigen, schnell installierbaren heimischen Energiequellen.“ Zum Vergleich: Im Juni 2021 deckte Solarstrom erst zehn Prozent des EU-Bedarfs, rund 21 Terawattstunden.

Solarstrom: günstig und schnell verfügbar

Zwischen 2021 und 2025 ist die Solarleistung in der EU jedes Jahr um mehr als ein Fünftel gewachsen – schneller als jede andere Stromquelle. Hauptgrund ist das hohe Tempo bei neuen Anlagen: Allein 2025 kamen 65,1 Gigawatt zusätzliche Kapazität hinzu. Der Rekord an Solarstrom im Juni traf auf einen vergleichsweise hohen Sommerstrombedarf. Ein Teil davon ging auf den erhöhten Kühlbedarf durch Rekord-Hitzewellen zurück. Solarenergie stabilisierte die Versorgung, als andere Stromquellen bei großer Hitze und Windflaute an ihre Grenzen kamen.

Spanien treibt Europas Ökostrom-Revolution an

Das Wachstum der Solarenergie zeigt sich in fast allen Mitgliedstaaten der EU. In Spanien lieferte Solarstrom im Juni 2026 erstmals mehr als ein Drittel des Stroms, nämlich 34 Prozent. Seit 2019 hat das Land seine Wind- und Solarkapazität verdoppelt und mehr als 40 Gigawatt hinzugebaut – nur Deutschland hat mehr zugelegt. Für Verbraucherinnen und Verbraucher zahlt sich das aus. Die Stromrechnungen in Spanien sind gesunken, während sie in vielen anderen Ländern seit der Energiekrise nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs steigen. Analysen von Ember zeigen: Seit die Straße von Hormus im März faktisch blockiert ist, spart ein Haushalt im Schnitt zehn Euro pro Monat bei der Stromrechnung. Im August 2025 kam Spaniens Stromversorgung ganz ohne Kohlestrom aus. „Man braucht keinen spanischen Sonnenschein, um das zu erreichen, was Spanien geschafft hat. Jedes europäische Land könnte seine eigenen Wind- und Solarressourcen besser nutzen und so die Abhängigkeit von teurem Gas senken“, betont Rosslowe. 2025 stammten nur 25 Prozent des spanischen Stroms aus fossilen Brennstoffen. Pro Kopf verursachte Spanien damit 0,9 Tonnen CO2-Äquivalent und lag deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 1,3 Tonnen CO2e.

Balkonsolar boomt in Deutschland

In Deutschland lieferte Solarstrom im Mai erstmals mehr als ein Drittel des Stroms, nämlich 33 Prozent, und erreichte im Juni sogar einen Anteil von 36 Prozent. In Deutschland steht Europas größter Solarpark in Betrieb: Auf dem Gelände eines ehemaligen Kohletagebaus bedecken Solarmodule mehr als 500 Hektar. Gleichzeitig werden sogenannte Steckersolaranlagen immer beliebter. In Deutschland wurden zwischen 2022 und 2025 mehr als eine Million dieser Plug-in-Sets installiert. Den erzeugten Strom speisen Nutzer direkt über eine normale Steckdose ins Hausnetz ein. Fachleute schätzen, dass sich die Anschaffung im Schnitt nach zwei bis sechs Jahren rechnet. Kleine Modelle kosten inzwischen rund 200 Euro. Verbraucherinnen und Verbraucher können noch mehr sparen, wenn sie einen Akku hinzufügen, der den Strom der Balkonmodule zwischenspeichert und am Abend zur Verfügung stellt.

Polen löst sich vom Kohlestrom

Polen deckte im Juni fast ein Viertel seines Stroms mit Solarenergie, konkret 24 Prozent. Im Juni 2025 erreichte Polen einen wichtigen Meilenstein: Erneuerbare Energien lieferten erstmals mehr Strom als Kohle. Nach Angaben des Thinktanks Energy Forum stammten 44,1 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen, während Kohle- und Braunkohlekraftwerke auf 43,7 Prozent kamen. 2025 waren in Polen 23 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert, vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 2 Gigawatt. Eine der größten Herausforderungen bleibt der Abbau von Hürden, die die Energiewende verzögern. „Der Ausbau der Windenergie an Land wurde 2016 von der Regierung nahezu komplett gestoppt und erst vor zwei Jahren durch gelockerte Regeln wieder ermöglicht. Er ist bis heute sehr begrenzt“, sagt Dr. Maria Niewierko vom Energy Forum.

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