Hilfslieferung aus Portugal: Tonnenweise Medikamente für Erdbebenopfer in Venezuela
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela hat Portugal eine Lieferung von 8,7 Tonnen Medikamenten auf den Weg gebracht. Gleichzeitig werden die direkten Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern wieder aufgenommen.
Medizinische Hilfe und Wiederaufnahme der Flüge
Der Hilfsflug startete um zehn Uhr vormittags in Lissabon mit dem Ziel, das Material an das venezolanische Gesundheitsministerium zu übergeben. Beim Abflug in Portugal waren Staatssekretär für das Gesundheitswesen Francisco Pinheiro Catalão sowie Vertreter des Gesundheitsministeriums und von Flughafenunternehmen anwesend. Die Ladung wurde von Pharmaunternehmen gespendet, nachdem Organisationen der Branche zu Hilfe aufgerufen hatten. „Im Anschluss an diese Konsultation konnten rund acht Tonnen Medikamente zusammengetragen werden, gespendet von den Unternehmen Grupo Tecnimede, BIAL, FAES Farma, Menarini und Bluepharma. Sie werden dem Ministerio del Poder Popular para la Salud übergeben“, teilte die Regierung in einer Mitteilung mit, auf die sich die Agentur Lusa beruft.Wie Euronews Deutschland berichtet, bedeutet dieser Flug auch die Rückkehr der direkten Flugverbindungen zwischen beiden Ländern. Die Fluggesellschaft TAP erklärte in einer Mitteilung, dass vorerst nur der Flughafen Arturo Michelena in Valencia angeflogen wird. Später sollen schrittweise wieder Flüge zu weiteren Zielen wie der Hauptstadt Caracas aufgenommen werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte Portugal Hilfsgüter wie Hygieneartikel, zwei Krankenwagen und Geräte zur Trümmerbeseitigung mit zwei Flügen der Luftwaffe nach Venezuela geschickt. Diese brachten auf dem Rückflug Einsatzkräfte der gemeinsamen nationalen Taskforce FOCON zurück.
Fragile Gesundheitslage nach schwerem Beben
Am 24. Juni war Venezuela von zwei kurz aufeinanderfolgenden Erdbeben getroffen worden, die als das größte seismische Ereignis des Landes in diesem Jahrhundert gelten. Seither wurden mehr als 1.200 Nachbeben registriert. Die Zahl der Todesopfer liegt inzwischen bei 4.490, wobei mehr als 300 Leichen noch nicht identifiziert sind. Eine offizielle Zahl der Vermissten nennt die Regierung in Caracas weiterhin nicht. Zudem wurden mehr als 16.000 Menschen verletzt.Die Bevölkerung ist nun einem hohen Risiko für Krankheiten wie Infektionen, Dengue und Fieber ausgesetzt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sinkt die Impfquote im Land wegen der Sanktionen bereits seit Jahren. Erschwert wird die Situation durch Schäden an der medizinischen Infrastruktur: Nach Angaben der WHO mussten nach den Beben drei Kliniken schließen, während sechs weitere nur eingeschränkt arbeiten können.