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Frankreich drosselt Atomstrom wegen heißer Flüsse

Aufgrund der anhaltenden Hitzewelle hat der französische Energiekonzern EDF mehrere Kernreaktoren vorübergehend abgeschaltet. Die Maßnahmen dienen dem Umweltschutz, um eine zu starke Erwärmung der Gewässer zu verhindern.

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Der staatliche französische Energiekonzern EDF hat wegen der anhaltenden Hitzewelle drei Kernreaktoren vorübergehend abgeschaltet. Zudem müssen sieben weitere Anlagen ihren Stromausstoß möglicherweise drosseln, um die Erwärmung von Flüssen durch zu heißes Kühlwasser zu begrenzen. Die Maßnahmen dienen dem Umweltschutz und stellen laut Unternehmensangaben kein Risiko für die nukleare Sicherheit dar.
Nach Angaben des Unternehmens ist die Maßnahme eine Auflage des Umweltschutzes. Da sich die Flüsse durch die Hitzewelle ohnehin stark aufheizen, soll vermieden werden, dass zu heißes Kühlwasser eingeleitet wird. Atomkraftwerke nutzen Flusswasser zur Kühlung der Reaktoren und leiten das erwärmte Wasser anschließend wieder zurück. „Es gibt kein Risiko für die nukleare Sicherheit. Die Reaktoren können auch bei hohen Temperaturen betrieben werden. Die Grenzwerte dienen dem Schutz der Wasserpflanzen und -tiere“, erklärte ein Sprecher von EDF, wie Euronews berichtet.

Betroffene Reaktoren und Kapazitäten

Aktuell stehen nach Unternehmensangaben drei Reaktoren still: Block 2 in Golfech mit einer Leistung von 1.300 MW, Block 3 in Bugey mit 900 MW und Block 2 in Chooz mit 1.450 MW. Zusammen verfügen diese Anlagen über eine Leistung von 3,65 GW, was rund 6 % der französischen Kernkraftkapazität von etwa 61 GW entspricht. Zur fehlenden Kapazität erklärte EDF, die Kernkraftwerke könnten ihre Stromproduktion innerhalb der gesetzlichen Vorgaben optimieren.Die Wetterprognosen sehen vor, dass Block 3 in Bugey voraussichtlich bis zum 19. Juli, Block 2 in Golfech bis zum 22. Juli und Block 2 in Chooz bis zum 25. Juli abgeschaltet bleibt. Zeitplan und Dauer können sich jedoch je nach weiterer Entwicklung der Wetterlage ändern. „Sieben weitere Reaktoren müssen ihre Leistung möglicherweise anpassen; sie schwankt im Tagesverlauf“, so der EDF-Sprecher. Das Wirtschaftsministerium hat am Samstag bis zum 20. Juli eine Ausnahme von den Temperaturgrenzen für die Erwärmung der Rhône im Bereich des Kraftwerks Bugey zugelassen, „um die Sicherheit des Stromnetzes zu gewährleisten“.

Anpassungspläne für künftige Hitzewellen

Frankreich erlebt seit Mai bereits die dritte Hitzewelle. Am Sonntag stand mehr als ein Drittel des Landes unter der höchsten Hitze-Warnstufe des nationalen Wetterdienstes. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass EDF Reaktoren wegen extremer Hitze herunterfahren muss, nachdem bereits im Juni eine Rekordhitzewelle das Land getroffen hatte. EDF betonte jedoch, dass der Einfluss von Dürren und Hitzewellen auf die Kernstromproduktion bislang gering sei: „Seit dem Jahr 2000 lagen die Produktionsverluste durch hohe Flusstemperaturen und geringe Wasserführung im Schnitt bei 0,3 % der jährlichen Stromerzeugung des französischen Kernkraftparks.“Für die Zukunft verweist das Unternehmen auf einen Anpassungsplan im Volumen von 8,7 Milliarden Euro über 15 Jahre, der Anfang 2026 beziffert wurde. Dieser soll die Kernkraft-, Wasserkraft- und Inselnetze in Frankreich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Unter anderem wird geprüft, Wasser aus dem Blowdown-Prozess bestehender Kühltürme vor der Einleitung zusätzlich zu kühlen, was im Kernkraftwerk Civaux bereits praktiziert wird. Im Bereich der Wasserkraft sollen das Hochwassermanagement verbessert und die Stromproduktion bei niedriger Wasserführung gesichert werden. In den Inselsystemen plant EDF die Verstärkung der Stromnetze sowie eine verbesserte Vorsorge für außergewöhnliche Starkwindereignisse.

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