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Schleppender Ausbau von Smart Metern in Europa: Deutschland weit abgeschlagen

Intelligente Stromzähler sollen helfen, das Stromnetz stabil zu halten und Kosten zu sparen. Während einige europäische Länder bereits eine Vollabdeckung erreichen, hinkt Deutschland beim Ausbau hinterher.

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Zwei Prozent Smart Meter bei uns? Da dreht sich mein alter Zähler ja schneller. — Rocky, Chefkolumnist
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Der Ausbau von erneuerbaren Energien stellt die europäischen Stromnetze vor große Herausforderungen, da Wind- und Solarenergie wetterabhängig schwanken. Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, sollen Angebot und Nachfrage austarieren und Verbrauchern helfen, Kosten zu sparen. Doch während einige EU-Länder bereits eine vollständige Abdeckung erreicht haben, hinkt der Ausbau in Deutschland mit einer Quote von nur zwei Prozent im Jahr 2024 stark hinterher.
Mit dem Boom der erneuerbaren Energien haben sich die Stromsysteme in Europa grundlegend verändert. Früher deckten vor allem steuerbare Kraftwerke mit Kohle, Gas, Atomkraft und Wasserkraft den Bedarf, während Wind- und Solarenergie heute keinem festen Fahrplan folgen. Um das Stromnetz stabil zu halten, müssen Angebot und Nachfrage fein austariert sein, wie Euronews berichtet. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) betont in diesem Zusammenhang, dass Batteriespeicher in Kombination mit Wind- und Solarstrom eine verlässliche Stromversorgung rund um die Uhr sichern können. Um die Ziele für 2030 zu erreichen, muss die EU ihre Batteriespeicherkapazität allerdings etwa verzehnfachen.
Smart Meter übermitteln den Stromverbrauch automatisch an den Energieversorger oder Netzbetreiber, wodurch manuelle Ablesungen entfallen und Rechnungen genauer werden. Zudem ermöglichen sie flexible Tarife, die Strom günstiger machen, wenn die Nachfrage niedrig ist oder viel Ökostrom produziert wird. Dies verringert den Bedarf an Abregelungen, bei denen Betreiber erneuerbarer Anlagen Geld dafür erhalten, dass sie ihre Produktion drosseln, weil das Netz keinen Strom mehr aufnehmen kann. Wenn mehr Haushalte Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Heimspeicher einführen, wächst die Bedeutung von Smart Metern weiter.

Bedeutung für die Netzstabilität

Nach Angaben der Europäischen Kommission könnte mehr Flexibilität auf der Verbrauchsseite den Menschen in der EU bis 2030 im bestmöglichen Szenario Einsparungen von über 71 Milliarden Euro pro Jahr bringen. Diese Zahl stammt aus einer 2022 von der Industrie in Auftrag gegebenen Studie, die eine weit verbreitete Nutzung von Flexibilität simuliert. Vorsichtigere Schätzungen der EU gehen davon aus, dass Smart Meter in Verbindung mit zeitvariablen Tarifen üblicherweise zwischen zwei und zehn Prozent einer Haushaltsrechnung einsparen können.
Zudem sinken dadurch die Kosten für das Netzmanagement. Deutschland zahlte 2025 rund 435 Millionen Euro an Erneuerbare-Energien-Produzenten für Abregelungen, während das Vereinigte Königreich rund 363 Millionen Pfund (424 Millionen Euro) aufwendete. Smart Meter ermöglichen es Haushalten außerdem, sich an Energiegemeinschaften und Stromteilungsmodellen zu beteiligen, indem sie erfassen, wer Strom erzeugt, teilt oder verbraucht.

Große Unterschiede beim Rollout in Europa

Trotz der Vorteile stockt die Einführung in der Europäischen Union seit Jahren. Das dritte Energiepaket der EU von 2009 sah vor, dass Mitgliedstaaten mit positivem Kosten-Nutzen-Nachweis bis 2020 mindestens 80 Prozent der Haushalte ausstatten sollten. Diese Frist ist um sechs Jahre überschritten, und der Durchschnitt liegt erst bei rund 60 Prozent. Neue, im Juni vorgeschlagene Rollout-Ziele sehen vor, dass bis 2030 mindestens 50 Prozent und bis 2033 rund 65 Prozent der Endverbraucher einen Smart Meter haben sollen, sofern die Pläne verabschiedet werden.
Nach Angaben der EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) verfügten 2024 rund 60 Prozent der europäischen Haushalte über einen Smart Meter. Schweden und Italien gehören zu den Pionieren und erreichten bereits vor Jahren eine nahezu vollständige Abdeckung. Dänemark wies bis 2024 eine Abdeckung von 100 Prozent auf, während Länder wie Estland, Finnland, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Portugal und Spanien bei rund 99 Prozent lagen. Deutschland bildet mit einer Quote von rund zwei Prozent im Jahr 2024 das Schlusslicht, obwohl Smart Meter ab 2025 für bestimmte Verbrauchergruppen verpflichtend wurden.

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