Wachstum von Scale-ups: Lettland, Portugal und Griechenland führend in der EU
Junge europäische Unternehmen in der Wachstumsphase verzeichnen deutliche Unterschiede je nach Land und Branche. Während einige Staaten stark zulegen, vermelden andere Rückgänge.
Scale-up? Bei uns im Norden heißt das einfach: Dat läuft.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Junge, schnell wachsende Unternehmen in Europa entwickeln sich sehr unterschiedlich. Während Scale-ups in Lettland, Portugal und Griechenland zwischen 2023 und 2024 das kräftigste Wachstum verzeichneten, mussten andere Länder wie Irland, Luxemburg und Estland deutliche Rückgänge hinnehmen. Dies zeigen aktuelle Daten des European Scaleup Institute (ESI). Als Scale-up gilt ein Unternehmen, das die erste Zeit als Start-up hinter sich gelassen, sein Geschäftsmodell erfolgreich erprobt und eine Phase raschen, dauerhaft tragfähigen Umsatzwachstums erreicht hat. Solche Firmen gibt es seit höchstens zehn Jahren. Sie gelten als wichtig, weil sie Innovationen vorantreiben und neue Jobs schaffen. Wie Euronews berichtet, weist Irland mit 415,3, Schweden mit 354,7 und Dänemark mit 274,3 Scale-ups je eine Million Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2024 die höchsten Werte in der EU aus. Rumänien, Bulgarien und Lettland liegen dagegen nach Daten der Europäischen Kommission am unteren Ende der Skala.
Branchenvergleich: Wo Scale-ups am besten abschneiden
Zwischen 2023 und 2024 legten Scale-ups in der Landwirtschaft und Fischerei am stärksten zu. Über einen Zeitraum von fünf Jahren aber wachsen laut ESI vor allem Scale-ups aus der Informations- und Kommunikationsbranche, der Dienstleistungsbranche sowie aus den Bereichen Strom, Gas und Dampf. Vor allem die Strom- und Gaswirtschaft verzeichnete zwischen 2020 und 2024 einen besonders starken Aufwärtstrend. Grund ist die Energiewende der EU.
Geplante EU-Investitionen in Deep-Tech
Im vergangenen Jahr kündigte die EU eine Initiative über fünf Milliarden Euro an. Sie soll die innovativsten Deep-Tech-Scale-ups des Kontinents stärken. Die ersten Gelder sollen jedoch erst im kommenden Herbst fließen. Diese Investitionen sind laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Unternehmen ihr Potenzial ausschöpfen und einen positiven Beitrag zur Wirtschaft leisten können. "Bedeutende Summen öffentlicher Mittel fließen in Inkubatoren, die Start-ups und Scale-ups stärken sollen, was entscheidend ist für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Produktivität und Beschäftigung", heißt es in einem aktuellen Bericht der Organisation.
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