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Fehlende Klimatisierung in NRW-Kliniken und Pflegeheimen sorgt für Debatten

Nach extremen Hitzetagen wächst der Druck auf die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen besser zu kühlen. Hohe Investitionskosten und ungeklärte Zuständigkeiten blockieren jedoch schnelle Lösungen.

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Nach den Hitzetagen der vergangenen Wochen werden die Forderungen an die NRW-Landesregierung lauter, die Klimatisierung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Berichte über stark überhitzte Patientenzimmer und erschwerte Arbeitsbedingungen für das Personal haben die Debatte verschärft. Eine schnelle Umsetzung scheitert jedoch vor allem an den hohen Investitionskosten und unklaren Zuständigkeiten.
Krankenhausdirektor des Johanniter- und Waldkrankenhaus Bonn Andreas Häuser sieht großen Nachholbedarf bei der Landesregierung: "Das Thema Hitzefinanzierung, insbesondere Investitionstöpfe auf Landesebene scheint in Nordrhein-Westfalen noch kein Thema zu sein.", berichtet die Tagesschau. Für das eigene Krankenhaus schließt Häuser die schnelle Installation von Klimaanlagen aus. Etwa 40.000 Euro koste allein die Technik für ein Zimmer, dazu käme der Einbau: "Das wäre ein Multimillion-Invest, der sich für uns nicht realisieren lässt.", so Krankenhausdirektor Andreas Häuser.

Hohe Hürden für Krankenhäuser

Krankenhäuser werden von den Ländern und den Krankenkassen gemeinsam finanziert. Während die Kassen laufende Betriebskosten wie Gehälter und medizinische Behandlungen übernehmen, tragen die Länder die Investitionskosten. Um die Kliniken bundesweit klimafit zu machen, sieht die Deutsche Krankenhausgesellschaft einen Bedarf von mindestens 31 Milliarden Euro.

Finanzierungsfragen in der Altenpflege

Dazu kommen Senioreneinrichtungen, die zu einem Großteil ebenfalls schlecht auf Extremtemperaturen vorbereitet sind. Bernhard Rappenhöner betreibt in Lindlar eine Pflegeeinrichtung mit Wohngemeinschaften. Dort hat er als Sofortmaßnahme Klimageräte angeschafft. Das Geld hat er vorgestreckt, die Mitglieder der Wohngemeinschaft zahlen die rund 1.000 Euro pro Gerät in Raten ab.
Rappenhöner gehört zum Landesvorstand des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste - und auch er sieht in der aktuellen Lage wenig Chancen auf Klimaanlagen in den Einrichtungen, vor allem wenn die Gebäude angemietet sind: "Die Schwierigkeit ist: Der Vermieter baut sie gerne ein, der Bewohner hat sie gerne, nur der Betreiber bekommt sie leider nicht refinanziert."

Forderung nach langfristigen Konzepten

Schnelle Hilfe verspricht auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nicht. Seine Antwort fällt zweigeteilt aus: Für Krankenhäuser verweist er auf Förderprogramme und den Transformationsfonds von Ländern und gesetzlichen Krankenkassen, mit dem man auch Klimaschutzmaßnahmen bezahlen könne. Bei Senioreneinrichtungen ist er zurückhaltender: "Ob wir jetzt als Staat der Zuständige sind, der Klimaanlagen einbauen lässt in Gebäude, die Privaten gehören, da will ich nochmal drüber nachdenken.", so NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).
Aus Sicht des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie reichen Sofortmaßnahmen nicht aus, um die Bevölkerung vor Hitze zu schützen. Die bestehenden Förderprogramme seien kompliziert, hätten oft eine kurze Laufzeit oder würden bei schlechter Haushaltslage wieder gestrichen, sagt wissenschaftliche Referentin des Wuppertal Instituts Constanze Schmidt: "Wichtig ist es, dass wir das ganze Jahr über an den Klimaanpassungsmaßnahmen dranbleiben. Und noch wichtiger ist es, dass Bund und Länder jetzt schnell eine Lösung finden, wie wir diese Gemeinschaftsaufgabe Klimafolgenanpassung stemmen." Dass das schnell passiert, hält Bernhard Rappenhöner aus Lindlar für unwahrscheinlich. Er fürchtet, dass das Thema Hitzeschutz schnell wieder verschwindet, sobald es kühler wird.

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