Erneuter landesweiter Stromausfall legt Kuba lahm
In Kuba ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage das gesamte Stromnetz zusammengebrochen. Die Regierung macht die US-Sanktionspolitik für die Energiekrise verantwortlich.
Ein "vollständiger Zusammenbruch des nationalen Stromnetzes" habe sich am Nachmittag gegen 16.30 Uhr (Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ) ereignet, erklärte der staatliche Energieversorger UNE in Onlinemedien. Es war bereits der vierte Stromausfall seit Jahresbeginn.
Veraltete Technik und US-Ölblockade
Kuba hatte bereits Schwierigkeiten mit der Stromversorgung, bevor US-Präsident Donald Trump im Januar eine Ölblockade gegen den kommunistischen Inselstaat verhängte. Die Blockade hat den Treibstoffmangel in den Kraftwerken verschärft, zudem kommt es im kubanischen Stromnetz aufgrund der veralteten Technik immer wieder zu Pannen.
Vor Freitag war bereits am Montag landesweit der Strom ausgefallen. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel machte daraufhin die US-Sanktionspolitik direkt dafür verantwortlich. Er warf der Regierung in Washington vor, durch die "Aushungerung" seines Landes einen "sozialen Aufstand provozieren" zu wollen. Die seit Januar geltende US-Ölblockade komme einem "Völkermord" nahe, sagte der Präsident.