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6. Juli 1702

Originaleintrag, von KI überarbeitet

Ein französischer Pass gegen den Dunkerker Kaper

Am 9. Juli 1702 kehrte Peter Crohn von Hamburg nach Helgoland zurück. In seinen Papieren trug er ein Schriftstück, das in diesen Kriegsjahren über Leben und Verderben von Schiffen entscheiden konnte: den Pass des französischen Residenten, Monsieur Bidals, Baron de Asfolt. Dieser Vertreter der französischen Krone stand auf dem kleinen Eiland im Zentrum der komplizierten Neutralitätspolitik zwischen den Seemächten.

Die Helgoländer, Fischer und kleine Reeder, litten stark unter den Übergriffen der Dunkerker Kaper, die im Dienst des französischen Königs und seiner Verbündeten standen. Immer wieder wurden ihre Chaluppen und Schiffe als Prisen aufgebracht, ihre Ladungen geplündert, Mannschaften verwundet oder verschleppt. In dieser Lage baten Jacob Friederichs und Johan Hinrichs, beide Helgoländer Schiffseigner, um diplomatischen Schutz.

Der von Crohn überbrachte Pass sollte ihre Fahrten als unter französischem Schutz stehende Unternehmungen ausweisen und sie vor weiteren Kaperübergriffen bewahren – zumindest in der Theorie. Solche Schutzbriefe waren ein gängiges Instrument der Seekriegspraxis des Spanischen Erbfolgekriegs: Zwischen Blockaden, Kaperfahrten und Gegenmaßnahmen versuchten Kaufleute und Insulaner, durch Pässe, Neutralitätsatteste und Lösegelder einen schmalen Korridor der Sicherheit zu bewahren. So markiert Crohns Rückkehr mit dem Residentenpass einen kleinen, aber aufschlussreichen Moment in der Geschichte Helgolands als empfindliche Kontaktzone zwischen Krieg und Handel.

Quelle: Bolzendahlsche Chronik Helgolands · Originaleintrag, redaktionell lesbar gemacht.

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