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26. Dezember 1653

Originaleintrag, von KI überarbeitet

Billiges Korn nach einem nassen Sommer: Die Preise auf Helgoland 1653

Im Jahr 1653 blickten die Helgoländer auf einen Sommer zurück, der von anhaltender Nässe geprägt war. Regen, schwere Böden und verspätete Ernten bedrohten vielerorts in Nordeuropa die Versorgung. Dennoch meldet der Chronist für Helgoland ein bemerkenswertes Ergebnis: Es sei "überflüssig Korn" gewachsen – eine reiche Ernte trotz widriger Witterung.

Die Folge dieser guten Ernte spiegelt sich unmittelbar in den Preisen wider. Für 1 Tonne Roggen wurden 4 E bezahlt, ebenso 4 E für Weizen. Gerste kostete 2 E, Hafer nur 1 E und eine Tonne Bohnen 2 E. Solche Preisnotizen waren in norddeutschen Chroniken jener Zeit verbreitet und dienten als Gradmesser für Wohlstand oder Not. Im Vergleich zu Hungerjahren, in denen Getreidepreise dramatisch steigen konnten, deuten diese moderaten Sätze auf ein Jahr ohne akute Teuerung.

Helgoland war damals in das Handels- und Versorgungsnetz der nordfriesischen Küsten und der Elbmündungen eingebunden. Korn wurde häufig vom Festland eingeführt, doch gute Ernten in der Region bedeuteten reichlich Angebot und stabile Preise auch auf der Insel. Die kurze Aufzeichnung des Chronisten bewahrt so einen seltenen Moment relativer wirtschaftlicher Entspannung mitten in einer ansonsten von Stürmen, Fluten und Kriegen unruhigen Zeit des 17. Jahrhunderts.

Quelle: Bolzendahlsche Chronik Helgolands · Originaleintrag, redaktionell lesbar gemacht.

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