Genetische Studie bestätigt neue Buckelwal-Unterart im Arabischen Meer
Eine weltweite Genanalyse offenbart eine eigenständige Unterart von Buckelwalen im Arabischen Meer. Die isolierte Population wandert nicht und gilt als stark gefährdet.
Das ganze Jahr in den Tropen bleiben und nicht wandern – gar nicht so dumm.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Eine genetische Studie hat ergeben, dass die Buckelwale im Arabischen Meer eine eigenständige Unterart bilden. Die Tiere unterscheiden sich genetisch deutlich von allen anderen weltweiten Vorkommen und zeigen ungewöhnliche Verhaltensweisen. Die Population gilt als stark gefährdet und zeigt seit zwei Jahrzehnten kein Wachstum. Die am 29. September 2026 im Fachjournal Frontiers in Marine Science veröffentlichte Untersuchung wurde von der Wildlife Conservation Society in Zusammenarbeit mit der Environment Society of Oman, der Environment Authority of Oman und weiteren Partnern geleitet. Wie das Oceanographic Magazine berichtet, analysierten die Forschenden dafür DNA von rund 2.850 Buckelwalen aus dem gesamten weltweiten Verbreitungsgebiet. Die Ergebnisse zeigten erhebliche genetische Unterschiede zwischen der Population im Arabischen Meer und den drei bisher anerkannten Unterarten des Nordatlantiks, des Nordpazifiks und der Südhalbkugel.
Vorgeschlagener Name und wissenschaftliche Einordnung
Die Wissenschaftler haben für die neue Unterart den Namen Megaptera novaeangliae indica vorgeschlagen, vorbehaltlich der formalen Anerkennung durch das Taxonomy Committee der Society for Marine Mammalogy. Genetische Analysen deuten darauf hin, dass sich die Linie des Arabischen Meeres vor 43.000 bis 113.000 Jahren von anderen Buckelwal-Populationen abgespalten hat.
Die untersuchte Gruppe weist die geringste genetische Vielfalt aller analysierten Buckelwal-Bestände auf. Die Forschenden führen dies auf das ungewöhnliche Verhalten der Tiere zurück: Im Gegensatz zu anderen Buckelwalen verbleiben sie das gesamte Jahr über in tropischen und subtropischen Gewässern, anstatt lange Wanderungen zu unternehmen. Zudem folgen sie einem Fortpflanzungszyklus der Nordhalbkugel und singen ein für diese Population einzigartiges Gesangsmuster.
„Buckelwale des Arabischen Meeres sind seit Zehntausenden von Jahren ihrer eigenen evolutionären Entwicklung gefolgt“, sagte Dr. Rita Amaral, eine der Forscherinnen der Studie.
Gefährdung und Hauptbedrohungen
Die Population ist als stark gefährdet eingestuft, und es gibt keine Hinweise auf ein Wachstum in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Als Hauptbedrohungen für die Wale nennen die Forschenden das Verheddern in Fischereigeräten, Schiffskollisionen, Unterwasserlärm, Verschmutzung sowie klimabedingte Veränderungen der Nahrungsverfügbarkeit.
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