Erneuter Zwischenfall zwischen China und den Philippinen am Second Thomas Shoal
Im Südchinesischen Meer ist es bei einer philippinischen Versorgungsmission erneut zu gefährlichen Manövern und gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen chinesischen und philippinischen Kräften gekommen.
Zwischen der philippinischen Küstenwache und chinesischen Kräften ist es bei einer Versorgungsfahrt im Südchinesischen Meer erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Zwei philippinische Schiffe wurden am 24. September bei ihrer Mission zum Second Thomas Shoal von chinesischen Einheiten beschattet und behindert. Es handelt sich um die erste Konfrontation in diesem Gebiet seit Juli. Wie das Fachmagazin The Maritime Executive berichtet, entsandten die Philippinen am 24. September die beiden Schiffe BRP Malabrigo und BRP Cabra im Rahmen einer regulären Versorgungsfahrt zur BRP Sierra Madre. Das in den 1940er-Jahren in den USA gebaute Schiff wurde von Ende der 1970er-Jahre bis 1999 von der philippinischen Marine als Transportschiff genutzt und 1999 vorsätzlich auf dem Second Thomas Shoal auf Grund gesetzt, um eine Präsenz in den Spratly-Inseln zu etablieren. Die Philippinen halten dort eine kleine Besatzung aufrecht.
Gefährliche Manöver bei Versorgungsmission
Während des Vorfalls gab es nach philippinischen Angaben eine starke Präsenz chinesischer Schiffe, die die philippinischen Fahrzeuge durchgehend beschatteten. Pressesprecher Jay Tarriela erklärte: „The mission was temporarily suspended after a CCG vessel carried out dangerous manoeuvres against M/V Lapu-Lapu that threatened a collision, although no one was injured.“China reagierte am folgenden Tag, nannte den Vorfall eine „Provokation“ und warf den Philippinen vor, sie hätten versucht, „Vorräte an ein illegal auf Grund gelaufenes Kriegsschiff zu liefern“. Die chinesischen Stellen erklärten zudem, das Geschehen habe sich während eines chinesischen Feiertags ereignet und die Philippinen hätten den Vorfall „hochgejubelt“. China forderte die Philippinen auf, „Provokationen und Störungen einzustellen“, und beschuldigte sie, Verpflichtungen zu verletzen, chinesische Warnungen zu missachten und die Versorgungsfahrt eigenmächtig durchgeführt zu haben.
Gegenseitige Vorwürfe und bisherige Zwischenfälle
Pressesprecher Tarriela entgegnete auf die Äußerungen: „The real troublemakers are China's warships and coast guard vessels that ganged up on an unarmed resupply boat at night and put Filipino lives at risk.“ Er betonte, dass die chinesischen Küstenwachschiffe gefährliche Manöver durchgeführt hätten, nachdem ein Kriegsschiff der Volksbefreiungsarmee gedroht habe, Zwangsmaßnahmen zu ergreifen.Die Philippinen stellen klar, dass das Gebiet zu ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone gehört und keine Genehmigung Chinas für die Versorgung der Sierra Madre erforderlich sei. Auch eine vorläufige Vereinbarung aus dem Jahr 2024 verlange keine Zustimmung Pekings. Bereites im Juli hatte die philippinische Küstenwache gemeldet, dass China Wasserkanonen eingesetzt habe und ein Marineangehöriger von chinesischer Seite mit einem Holzknüppel getroffen worden sei. Zudem kam es vor einer Woche in einer anderen Region zu einem Zusammenstoß bei einer Versorgungsfahrt für philippinische Fischer, bei dem laut Medienberichten ein chinesisches Schiff Sachschäden von über 22.000 US-Dollar verursachte. China behauptete dazu, das philippinische Schiff sei vor das chinesische Schiff manövriert und habe so die Kollision verursacht.
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