Segelbetriebenes Frachtschiff Neoliner Origin legt erstmals in Zeebrugge an
Das windbetriebene RoRo-Schiff Neoliner Origin erweitert seinen Transatlantikdienst um den Hafen Zeebrugge. Durch den Einsatz von Segeln soll der Treibstoffverbrauch deutlich gesenkt werden.
Die erweiterte Rotation verbindet Zeebrugge mit Montoir-de-Bretagne, Saint-Pierre-et-Miquelon, Baltimore sowie Halifax. Eine vollständige Rundreise dauert im Sommer etwa fünf und im Winter sechs Wochen, was rund zehn Fahrten pro Jahr entspricht. Zeebrugge wurde hinzugefügt, um Versendern in Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Nordfrankreich einen direkten Zugang zu dem Dienst zu ermöglichen. CMA CGM vermarktet das Angebot an Kunden, die die Emissionen in ihren Lieferketten reduzieren möchten, wie das Schifffahrtsmagazin Splash247 berichtet.
Wind als Hauptantriebsquelle
Die Neoliner Origin nutzt Wind als primäre Antriebsquelle. Zwei faltbare SolidSail-Masten tragen 3000 Quadratmeter Segelfläche, die durch einen diesel-elektrischen Antrieb ergänzt werden. Das Schiff ist für eine Reisegeschwindigkeit von 11 Knoten ausgelegt und kann rollende Ladung, Container sowie Fracht mit Übermaß transportieren. Nach Angaben von Neoline kann der Treibstoffverbrauch im Vergleich zu einem konventionellen Schiff, das mit 15 Knoten fährt, um mehr als 80 Prozent gesenkt werden.
Frankreich setzt auf windbetriebene Frachtschiffe
Frankreich hat sich zu einem der aktivsten Länder bei der Entwicklung einer neuen Generation windbetriebener Frachtschiffe entwickelt. Das in Frankreich gebaute Konzeptschiff Canopee ist mit vier Oceanwings ausgestattet, um Bauteile der Ariane-6-Rakete zu transportieren. Das französische Start-up Vela entwickelt zudem 67 Meter lange Segel-Trimarane für den Transatlantikverkehr. Unterdessen hat Windcoop ein segelbetriebenes Containerschiff mit 210 teu in der Türkei bestellt, das im nächsten Jahr geliefert werden und zwischen Frankreich und Madagaskar zum Einsatz kommen soll.