Rekordladung Kupfer führt zu Überlastung im Hafen von New Orleans
Eine gigantische Kupferlieferung im Wert von einer halben Milliarde Dollar steuert auf New Orleans zu. Befürchtete US-Zölle lösen eine Importwelle aus, die die Logistik an ihre Grenzen bringt.
Zusätzlich werden für September und Oktober weitere 100.000 metrische Tonnen afrikanischen und südamerikanischen Kupfers erwartet. Der Hafen von New Orleans ist ein zentrales Drehkreuz für Metalle und ein wichtiger Knotenpunkt für die Comex-Kupferlagerhäuser der CME Group, wie das Fachportal gCaptain berichtet.
Engpässe und Reaktionen im Transportwesen
„Wir sehen eine ernsthafte Überlastung an den Seeterminals im Raum New Orleans, die zu Verzögerungen beim Verladen von Kupfer und anderen Metallen sowie Stahl auf Lastwagen und Waggons führt“, sagte Anton Posner, Chief Executive Officer von Mercury Resources. Sein Unternehmen leitet Metalllieferungen stattdessen per Frachtkahn über den Mississippi um.Der Anstieg der Kupferimporte spiegelt die Sorgen der Händler vor möglichen Importabgaben wider. Die weltweiten Kupferpreise sind seit dem ersten Zollvorschlag von Trump im Februar 2025 um rund 50 Prozent gestiegen, wobei US-Futures noch deutlicher zulegten. Diese Preisdifferenz schuf erhebliche Arbitrage-Möglichkeiten.
Marktdynamik und Ausbau der Lagerkapazitäten
Jüngste Entwicklungen haben die Marktdynamik jedoch verändert. Der Abstand zwischen den US-amerikanischen und den internationalen Kupferpreisen hat sich verringert, da die Unsicherheit darüber wächst, ob die Zölle tatsächlich umgesetzt werden. Die Arbitrage-Prämie fiel von 789 US-Dollar pro Tonne auf 169 US-Dollar pro Tonne.Comex hat bedeutende Erweiterungen der Lagerhäuser genehmigt. Seit Anfang 2025 hat die Börse 20 Lagerhäuser und fast 725.000 Short Tons an Kapazität hinzugefügt – was etwa 39 Prozent des jährlichen US-Verbrauchs an raffiniertem Kupfer entspricht. Neue Einrichtungen wurden in Mobile, Chicago und Atlanta eröffnet.
Analysten bleiben hinsichtlich der Marktrichtung vorsichtig. Ein Experte merkte an: „Allein das Potenzial für Zölle hat im Wesentlichen die Wirkung gehabt, die man sich von Zöllen verspricht; nämlich viel Angebot ins Land zu bringen und die inländischen Prämien zu erhöhen, um heimische Projekte zu unterstützen.“