CDU fordert schnellere Prüfungen von Kampfmittelverdachtsflächen in Hamburg
Der Ausbau von Strom-, Wärme- und Datennetzen führt in Hamburg zu deutlich mehr Überprüfungsanträgen auf Kampfmittel. Wegen Personalmangels in der zuständigen Behörde kommt es zu Verzögerungen.
Für die Energiewende wird in Hamburg viel gegraben, von Trassen für Fernwärmerohre bis zu neuen Leitungen für Ladesäulen. Oft muss der Boden dabei auf Kriegsmunition geprüft werden. Allerdings fehlt der zuständigen Stelle Personal: Im Referat Gefahrenerkundung Kampfmittelverdacht (GEKV) waren Ende Juni von 50 Stellen nur rund 40 besetzt, wie aus einem Antrag der CDU-Fraktion hervorgeht, über den die Tagesschau berichtet.<2Steigende Antragszahlen und VerzögerungenGleichzeitig ist die Zahl der Überprüfungsanträge auf Kampfmittelbelastung zuletzt deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 5.926 Anträge gestellt – 61 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres mit 3.675 Anträgen. Der Senat führt diese Entwicklung unter anderem auf den fortschreitenden Ausbau der Lade- und Glasfaserinfrastruktur sowie auf weitere Bau- und Sanierungsmaßnahmen zurück. Vor Tiefbauarbeiten muss häufig abgeklärt werden, ob sich auf dem betroffenen Grundstück Munition, Blindgänger oder andere Kampfmittelreste befinden.
Der Personalmangel im GEKV führe dabei immer wieder zu Verzögerungen, meint die CDU-Fraktion. Besonders problematisch seien diese bei Vorhaben der Energiewende und der technischen Infrastruktur, für die Bodeneingriffe erforderlich sind – etwa bei Hausanschlüssen, der Verlegung von Strom- und Wärmenetzen, dem Ausbau von Ladeinfrastruktur, der Errichtung von Fundamenten, Erdwärmesonden oder Erdkollektoren. Tatsächlich bestätigte der Senat, dass im ersten Halbjahr 2026 weniger als die Hälfte der Anträge innerhalb der vorgesehenen Bearbeitungsfrist von vier Wochen bearbeitet wurde (zwischen 40 und 45 Prozent).
Forderungen und Maßnahmen des Senats
Jetzt fordert die CDU-Fraktion den Senat zum Handeln auf: Es sei den Bürgerinnen und Bürgern nicht zu vermitteln, wenn sie politisch zur Umsetzung der Energiewende aufgefordert werden, entsprechende Projekte dann aber an langen Wartezeiten in Behördenverfahren scheiterten. „Wenn der Staat solche Prüfungen verlangt, muss er auch sicherstellen, dass sie schnell, digital und ausreichend personell ausgestattet durchgeführt werden können“, so die Partei. In einem Antrag verlangt sie unter anderem mehr Personal und das Vorziehen besonders wichtiger Energiewende-Projekte.Der Senat erwägt nun, ob bestimmte Projekte für die Energiewende schneller bearbeitet werden könnten. Zudem solle das Personal im Referat Gefahrenerkundung Kampfmittelverdacht aufgestockt werden. Demnach befinden sich fünf zusätzliche Stellen in der öffentlichen Ausschreibung.