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US-Behörden untersuchen mutmaßliche Cyberangriffe auf Öltanker

Die US-Küstenwache und das FBI ermitteln nach möglichen Hackerangriffen auf zwei Handelsschiffe. Zunehmende Digitalisierung erhöht das Sicherheitsrisiko in der internationalen Seefahrt.

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Die US-Behörden untersuchen mögliche Cyberangriffe auf Öl- und Gastanker, da die Sorge vor Bedrohungen für die maritime Sicherheit durch Hackerangriffe auf elektronische Schiffssysteme wächst. Einsatzkräfte der US-Küstenwache und der Bundespolizei FBI haben am 21. August ein ausländisches Schiff untersucht, nachdem es Hinweise auf eine Netzwerkkompromittierung gab. Der betroffene Supertanker VL Prosperity liegt derzeit vor der Küste von Texas vor Anker.
Der Supertanker hatte Ende Juli im ägyptischen Sidi Kerir fast zwei Millionen Barrel saudi-arabisches Öl aufgenommen und fuhr anschließend westwärts an Gibraltar vorbei in den Atlantik. Die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete Ende letzten Monats, dass die Kommunikation des Schiffes nach einem Cyberangriff in der Straße von Gibraltar für 30 Stunden unterbrochen war. Eigner des Schiffes ist das in Liberia ansässige Unternehmen GMF GLV No. 4 SA, für das in der maritimen Datenbank Equasis keine Kontaktdaten hinterlegt sind.

Ermittlungen und Inspektion weiterer Schiffe

Einsatzkräfte betraten die VL Prosperity, um „eine umfassende Cybersicherheitskontrolle und -untersuchung durchzuführen“, wie ein Sprecher der Küstenwache auf Anfragen von Bloomberg News mitteilte. Der Kapitän, die Besatzung und das Landpersonal arbeiteten mit den Ermittlern zusammen. Es gibt laut dem Sprecher derzeit keine Berichte über Betriebsstörungen, Instabilität des Schiffes, physische Gefahren für die Besatzung oder Umweltauswirkungen. „Die Küstenwache steuert aktiv die Kommunikation mit Hafenbetreibern, Schiffseignern und lokalen maritimen Akteuren, um sicherzustellen, dass der Hafenbetrieb sicher und ohne Unterbrechung weiterläuft“, hieß es von der Behörde.
Nach Angaben von HMM Ocean Service, einem in Südkorea ansässigen Unternehmen für das Sicherheits- und technische Management des Schiffes, wurde die VL Prosperity von der Küstenwache für den normalen Betrieb freigegeben. Das Unternehmen erklärte per E-Mail, dass strenge Cyberprotokolle gelten und man auf den Abschlussbericht der US-Behörden warte, wie gCaptain berichtet.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal, der sich auf eine FBI-Stellungnahme beruft, wurde am 24. August mit einem unidentifizierten Flüssiggastanker noch ein zweites Schiff wegen eines potenziellen Cyberangriffs inspiziert.

Zunehmende Digitalisierung erhöht Risiken

Die Vorfälle ereignen sich zu einer Zeit, in der die globale Schifffahrt durch Kriege und geopolitische Rivalitäten unter Druck steht und Eigner Navigations- sowie Betriebssysteme digitalisieren, um Fahrten zu optimieren. Schiffe stehen derzeit vor vielfältigen Sicherheitsbedrohungen, darunter auch Kollateralschäden in Konfliktzonen durch das Stören von Navigationssystemen zur Abwehr von Drohnenangriffen.
„Die Angriffsfläche für Schiffe wächst“, sagte Mark Douglas, Analyst bei Starboard Maritime Intelligence und ehemaliger Offizier der neuseeländischen Marine. „Die elektronischen Steuerungssysteme von Schiffen sind zunehmend mit dem Internet verbunden, um Daten über den Schiffsbetrieb zu sammeln.“
Verbesserte Navigationssysteme erleichtern zwar die Überwachung von Schiffsbewegungen und das Einsparen von Treibstoff, machen die Schiffe jedoch anfälliger für Hacker. Im April erließ die Maritime Administration des US-Verkehrsministeriums eine Empfehlung zur Beschränkung des Zugangs zu digitalen Systemen, während die International Maritime Organization der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr Richtlinien zum Umgang mit Cyberrisiken herausgab.

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