Island prüft dauerhaftes Verbot des kommerziellen Walfangs
Die isländische Regierung plant eine Neuausrichtung ihrer Walfanggesetze und erwägt ein vollständiges Verbot der Praxis. Neben fehlenden Exportmärkten spielen auch gravierende Tierschutzbedenken eine Rolle.
Drei Optionen stehen zur Debatte
Die isländische Industrieministerin erklärte, dass eine Aktualisierung des Walfanggesetzes längst überfällig sei, und äußerte ihre Absicht, den kommerziellen Walfang zu beenden. Sie verpflichtete sich, die Gesetzgebung im Februar zu überarbeiten und dabei die Ergebnisse des Berichts einer Arbeitsgruppe aus dem Jahr 2025 einzubeziehen. Die Überarbeitung wird drei Optionen prüfen: ein dauerhaftes Verbot, einen eingeschränkten Walfang oder die Fortführung der derzeitigen Praxis.
Wirtschaftlicher Druck und Tierschutzbedenken
Im Juni nahmen isländische Walfangschiffe erstmals seit zwei Jahren wieder ihren Betrieb auf und machten trotz sinkender Unterstützung in der heimischen Bevölkerung Jagd auf Finnwale. Das Unternehmen Hvalur hf. hat bereits etwa 80 der 150 von seiner Lizenz abgedeckten Finnwale getötet. Nachdem Japan jedoch angekündigt hat, kein isländisches Finnwalfleisch mehr zu importieren, ist der primäre Markt für diese Produkte weggefallen.
Ein Bericht der isländischen Veterinärbehörde aus dem Jahr 2024 ergab, dass Sprengharpunen langanhaltendes Leiden verursachen und den Tierschutzstandards nicht entsprechen. Gemäß der Dokumentation kann es bis zu 20 Minuten dauern, bis ein Wal nach dem Treffer stirbt.
Luke McMillan von Whale and Dolphin Conservation sagte, die Ankündigung sei positiv für Wale, warnte jedoch, dass die im Jahr 2024 erteilten fünfjährigen Walfanglizenzen trotz der neuen Gesetzgebung gültig bleiben könnten.
Falls Island ein Walfangverbot umsetzt, würden weltweit nur noch Norwegen und Japan kommerziellen Walfang betreiben.