Originaleintrag, von KI überarbeitet
Englische Kühnheit im Packeis: Martins Jorbisser vor Neu-Grönland 1577
Im Jahre 1577 ließ Königin Elisabeth I. von England drei Schiffe ausrüsten, um das ferne Grönland wieder aufzusuchen, das seit Generationen kaum noch befahren worden war. Unter dem Kommando des Seefahrers Martin Jorbisser – in den englischen Quellen meist als Martin Frobisher genannt – stach das kleine Geschwader von einer südenglischen Hafenstadt in See. Londoner Kaufleute und die Krone verbanden mit dieser Fahrt nicht nur die Neugier auf vergessene Küsten, sondern auch die Hoffnung auf neue Handelswege und reiche Erze.
Auf der Fahrt nach Norden kämpften die Schiffe mit Nebel, Sturm und tückischem Packeis. Als sie schließlich die gewaltigen, schneebedeckten Küsten im Nordatlantik erblickten, sahen die Männer ein Land, das sie für die Wiederentdeckung des alten Grönland hielten – später von Geographen als Neu-Grönland und als Teil der Baffininsel und Labrador-Küsten gedeutet. Doch so nah ihnen das Land vor Augen lag, so unerreichbar blieb es: dichter Treibeisgürtel, plötzlich einsetzende Kälte und der rasch hereinbrechende Winter schnitten jede sichere Anlandung ab.
Die Expedition musste umkehren, ohne festen Fuß an diese Küsten gesetzt zu haben. Dennoch war die Fahrt ein Meilenstein der englischen Nordatlantik-Erkundung: Sie nährte den Ehrgeiz Elisabeths, England als Seemacht im Norden zu etablieren, und bereitete weitere Reisen in dieselben Gewässer vor. In den Chroniken des norddeutschen Küstenraumes fand diese kühne, wenn auch unvollendete Unternehmung ihren Niederschlag als Zeichen einer neuen Epoche der Entdeckungsfahrten jenseits der vertrauten Nordsee.