AI generated
20. Februar 1530

Originaleintrag, von KI überarbeitet

Die Große Flut von 1532: Als das Meer Nordfriesland verschlang

Am 3. Februar 1532 peitschte ein gewaltiger Südweststurm die Nordsee auf, bis sie als brausende Wand über die flachen Marschen Nordfrieslands hereinbrach. Die Menschen hinter ihren Deichen hatten Stürme gekannt, doch was nun kam, überstieg jede Erinnerung. Später nannte man dieses Ereignis nur noch ehrfürchtig die "große Flut".

Die Wassermassen zerrissen Deiche und Bojen, unterspülten Warften und rissen Häuser samt Bewohnern fort. Auf der Insel Nordstrand brachen nach der Überlieferung elf große und sieben kleine Wehlen in die eingedeichten Köge: tiefe Wasserlöcher, teils vierzig Ellen tief, an Stellen, wo zuvor bewirtschaftetes Land gelegen hatte. Die Insel wurde nahezu vollständig überschwemmt, rund 1500 Menschen ertranken mit ihrem Vieh. Auch auf dem Festland richtete die Flut furchtbare Verwüstungen an: Im Eiderstedter Land sollen 1100 Personen, in Coldenbüttel 100 und in Witzwort 60 Menschen ums Leben gekommen sein, während das Salzwasser drei Klafter hoch über Felder und Weiden stand.

Diese Katastrophe traf eine ohnehin gefährdete Küstenregion, in der man seit dem Mittelalter dem Meer durch Eindeichung Land abgerungen hatte. Die große Flut von 1532 reiht sich ein in eine Serie verheerender Sturmfluten, die das Verhältnis der Nordseeküstenbewohner zum Meer prägten: als lebenswichtige Handelsstraße und zugleich als unberechenbaren Gegner. Sie wurde zum warnenden Erinnerungszeichen dafür, wie schnell der menschliche Anspruch auf sicheres, gewonnenes Land von einer einzigen Nacht der See ausgelöscht werden konnte.

Quelle: Bolzendahlsche Chronik Helgolands · Originaleintrag, redaktionell lesbar gemacht.

alle Einträge aus 1530